Zahlungsziele

Über die Vereinbarung von Zahlungszielen können Unternehmen die Zahlungseingänge von Kunden steuern oder ausstehende Rechnungen nachverfolgen. Zahlungsziele können also direkten Einfluss auf die Liquidität haben und zählen deshalb zu den existenziellen Erfolgsfaktoren jeder Unternehmung.

Zahlungsziele und Zahlungsfristen

Das Zahlungsziel entspricht grundsätzlich dem Zeitpunkt, der vom Rechnungssteller für die Zahlung einer Rechnung festgelegt wird. Da das Zahlungsziel in der Zukunft liegt, wird es oftmals mit der Zahlungsfrist gleichgesetzt. Bei dieser Frist handelt es sich um den Zeitraum, den der Gläubiger bis zur Fälligkeit einer Rechnung einräumt.

Zahlungsziel auf Rechnungen: Welche Fristen gelten?

In Deutschland darf das Zahlungsziel vom Rechnungsersteller frei gewählt werden – üblicherweise wird dem Rechnungsempfänger dabei eine Zahlungsfrist von 14 Tagen eingeräumt. Das Zahlungsziel bzw. die Zahlungsfrist beginnt stets mit Erhalt der Rechnung und endet mit Ablauf des letzten Tages der Frist. Fällt das Fristende auf ein Wochenende oder einen Feiertag, gilt nach §193 BGB der darauffolgende Werktag als Fristende.

Weist der Gläubiger auf seiner Rechnung kein Zahlungsziel aus, greift die gesetzliche Zahlungsfrist. Diese legt fest, dass ein Betrag mit Erhalt der Rechnung sofort fällig ist. Ab dem Zeitpunkt der Fälligkeit fordert der Gesetzgeber die Zahlung des offenen Betrags binnen 30 Tagen.

Mahnung, Verzugszinsen und Inkasso – was passiert, wenn die Zahlungsfrist verstreicht?

Hält sich ein Schuldner nicht an das vereinbarte Zahlungsziel, kann der Gläubiger erneut die Begleichung des offenen Rechnungsbetrages verlangen. Üblicherweise verschickt er dazu zunächst eine freundliche Zahlungserinnerung an den Kunden.

Reagiert der Rechnungsempfänger auch auf diese Zahlungserinnerung nicht, kann der Gläubiger ihn durch eine Mahnung in Verzug setzen. Sobald sich der Schuldner aufgrund der ausgesprochenen Mahnung im Zahlungsverzug befindet, können zusätzlich zum ausstehenden Rechnungsbetrag Verzugszinsen oder Mahngebühren anfallen. Grundsätzlich ist der Ablauf eines Mahnverfahrens nicht gesetzlich geregelt und liegt damit im Ermessen des Gläubigers. In der Praxis erfolgt spätestens nach der dritten erfolglosen Mahnung die Einleitung rechtlicher Schritte oder das Einschalten eines Inkasso-Büros.

Zahlungsziele im Factoring

Auch beim Factoring spielen Zahlungsziele eine wichtige Rolle: Gewähren Lieferanten ihren Abnehmern Zahlungsziele, also kurzfristige Kredite, spricht man von einem Lieferantenkredit. Diese Forderungen können anschließend im Rahmen des Factorings verkauft werden. Als maximales Zahlungsziel werden von den Factoring-Anbietern in Deutschland meist Zahlungsziele von 90 Tagen im Inland und 120 Tagen im Ausland genannt.