Venture Capital

Unter der Finanzierung mit Hilfe von Venture Capital (VC) versteht man eine zeitlich begrenzte Beteiligung an Unternehmen durch spezielle Gesellschaften oder durch Fonds, die zu diesem Zweck angelegt werden. In der Regel beträgt die Laufzeit einer Kapitalbereitstellung bei der Venture Capital Finanzierung zwischen drei und zehn Jahren. Venture Capital-Gesellschaften (VC-Gesellschaften) finanzieren dabei vorwiegend innovative Unternehmen mit großem Wachstumspotenzial und erwarten dementsprechend hohe Renditen. Als branchentypischer Richtwert gelten bei einer Beteiligung 20 Prozent Rendite pro Jahr.

Im Gegensatz zu klassischen Finanzierungsformen (z. B. Bankkrediten) verzichten Venture Capital Investoren auf das Einfordern von Sicherheiten. Deshalb spricht man im Zusammenhang mit Venture Capital-Beteiligungen auch von einer Finanzierung mit Wagniskapital oder Risikokapital.

Das bereitgestellte Kapital ist nicht zweckgebunden und wird in den meisten Unternehmen zur Gründungsfinanzierung, der Finanzierung des Forschungs- und Entwicklungsprozesses oder der Entwicklung von Prototypen verwendet. Neben frischem Eigenkapital bieten VC-Investoren außerdem zahlreiche Beratungsleistungen während der Gründungs- oder Wachstumsphase an und öffnen ihr eigenes Business-Netzwerk für die Venture Capital-Nehmer. Darüber hinaus haften Kapitalnehmer nicht für das zur Verfügung gestellte Kapital und sind nicht zur Rückzahlung oder Verzinsung verpflichtet.

Die Beteiligungsquote der Investoren beträgt in den meisten Fällen zwischen 20 und 35 Prozent am jeweiligen Unternehmen. Als Ausgleich zum hohen Risiko ihrer Investition lassen sich die Kapitalgeber weitreichende Kontrollrechte zusichern. So können sie beispielsweise Auszahlungsstopps für einzelne Venture Capital-Tranchen verhängen oder gar Personalentscheidungen treffen.

Venture Capital und Private Equity – was sind die Unterschiede? 

Viele Unternehmensgründer stellen sich die Frage, welche Form der Finanzierung am besten zu ihren individuellen Anforderungen passt. Oft diskutiert werden dabei die Begriffe Venture Capital und Private Equity. Bei beiden Begriffen handelt es sich um Formen der Eigenkapitalfinanzierungen, wobei Private Equity den Oberbegriff der außerbörslichen Eigenkapitalfinanzierung darstellt.

Neben Venture Capital, das hauptsächlich in der Früh- und Wachstumsphase von Unternehmen zum Einsatz kommt, zählen auch die Mezzanine-Finanzierung und so genannte Buy-Outs zur außerbörslichen Eigenkapitalfinanzierung.

Factoring oder Venture Capital für die Wachstumsfinanzierung?

Neben einem unmittelbaren Liquiditätszufluss, einem verbesserten Rating und dem Schutz vor Zahlungsausfällen eignet sich das Factoring vor allem deshalb zur Gründungsfinanzierung, weil es sich der Wachstumsgeschwindigkeit anpasst. Egal ob in der Gründungs-, Wachstums- oder Reifephase – ein Forderungsverkauf zur Wachstumsfinanzierung ist jederzeit möglich.

Im Gegensatz dazu kann es bei der Venture Capital-Finanzierung durchaus zu Kapitalengpässen kommen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn das bereitgestellte Risikokapital bereits in der Gründungsphase abgeschöpft wurde und der Investor nicht dazu bereit ist, neues Geld nachzuschießen.