Mezzanine-Finanzierung

Im Zuge der Finanzkrise 2008 und einer damit einhergehenden Verschärfung der Eigenkapitalanforderungen bei der Kreditvergabe durch Banken (Basel III) erfreut sich die Mezzanine-Finanzierung immer größerer Beliebtheit.

Dabei handelt es sich um eine Mischform der Finanzierung aus vollhaftendem Eigenkapital und erstrangigem Fremdkapital. Die Mezzanine-Finanzierung besitzt also gleichermaßen Eigenschaften der Eigen- und Fremdfinanzierung, weshalb sie auch als Hybridfinanzierung bezeichnet wird. Das Fremdkapital ist bei der Mezzanine-Finanzierung vorrangig dinglich abgesichert.

In der Praxis lassen sich verschiedene Formen der Mezzanine-Finanzierung antreffen, die gebräuchlichsten dabei sind:

  • Typische/Atypische stille Gesellschaft
  • Genussscheine
  • Wandelschein/Optionsschein

Je nach Finanzierungsform oder Art der Beteiligung wird der Einsatz einer mezzaninen Finanzierung als Eigenkapital oder Fremdkapital in der Bilanz ausgewiesen.

Mezzanine-Kapital-Geber: Wo können Unternehmen Mezzanine-Kapital beantragen?

Neben Banken, die meist über eigene Structured-Finance-Abteilungen für Mezzanine-Finanzierungen verfügen, haben sich auch bankenunabhängige Kapitalgeber etabliert. Dazu zählen vor allem Fonds, Venture Capital Gesellschaften oder Versicherungen.

In Deutschland wurde außerdem speziell für KMU der sogenannte „Mezzanine Dachfonds“ aufgelegt. Dieser stellt über 200 Millionen Euro Kapital für die Mittelstandsfinanzierung zur Verfügung.

Rechtlich gesehen gelten Mezzanine-Geber dabei immer als Gläubiger eines Unternehmens und werden nachrangig behandelt. Bei einer möglichen Insolvenz werden ihre Forderungen also als letztes befriedigt. Deshalb wird eine Mezzanine-Finanzierung häufig auch als Nachrangdarlehen bezeichnet.

Durch dieses aus Investorensicht höhere Risiko ist die Mezzanine-Finanzierung deutlich teurer als klassische Finanzierungsinstrumente wie etwa ein Bankkredit. Als Gegenleistung für das hohe Risiko erwarten die Kapitalgeber eine Verzinsung bzw. Rendite von bis zu 20 % auf ihr Darlehen. Diese erwartete Rendite entspricht dabei den Kapitalkosten der Mezzanine-Nehmer.

Vor- und Nachteile der Mezzanine-Finanzierung

Der größte Vorteil der Mezzanine-Finanzierung für den Unternehmer ist, dass er ohne die Abgabe von Kontrollrechten frisches Kapital erhält. Durch die Zuführung von Mezzanine-Kapital verbessert ein Unternehmer also nicht nur seine Bilanzstruktur, sondern sichert auch gleichzeitig seine unternehmerische Freiheit.

Für die zugeführte Liquidität muss der Unternehmer außerdem keine Sicherheiten hinterlegen. Ferner existiert kein außerordentliches Kündigungsrecht für Mezzanine-Geber – dies schafft Planungssicherheit bei den Mezzanine-Nehmern.

Der größte Nachteil von Mezzanine-Darlehen sind die bereits angesprochenen Kosten. Aufgrund von Nachrangigkeit und geringem Mitspracherecht der Investoren findet außerdem stets eine aufwendige Due-Diligence vor einer Beteiligung der Kapitalgeber statt. Hierbei prüfen die Investoren, ob der Mezzanine-Nehmer überhaupt in der Lage ist, die hohen Anforderungen und Erwartungen, die an die Bereitstellung des Kapitals geknüpft sind, zu erfüllen.