Liquidität

Liquidität ist die betriebswirtschaftliche Grundbedingung für soliden geschäftlichen Erfolg. Besonders bei KMU können hohe Außenstände (=ausstehende finanzielle Forderungen) die Liquidität gefährden und zur Insolvenz führen. Liquide Unternehmen sind jederzeit in der Lage, alle fälligen Verbindlichkeiten zu bedienen und sind somit zahlungsfähig.

Zu den Verbindlichkeiten bzw. Zahlungsverpflichtungen eines Unternehmens zählen beispielsweise ausstehende Gehälter, offene (Lieferanten-)Rechnungen oder Mietzahlungen für Büroräume.

Diese Verbindlichkeiten können dabei über Barmittel, Kontoguthaben oder verfügbare Kreditmittel beglichen werden. Kann ein Unternehmen seine Verbindlichkeiten nicht bedienen, liegt eine Zahlungsunfähigkeit vor. Nach §17 Abs.1 InsO stellt diese Zahlungsunfähigkeit den allgemeinen Insolvenzgrund dar und führt zwingend zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.

Liquidität 1. Grades, 2.Grades, 3. Grades: Wie werden die Liquiditätskennzahlen berechnet?

Um die Liquidität eines Unternehmens einschätzen zu können, hilft ein Blick in die Bilanz. Dabei können die drei Kennzahlen Liquidität 1. Grades, Liquidität 2. Grades und Liquidität 3. Grades abgeleitet werden.

Die Liquiditätsgrade basieren auf folgender Grundidee: Das kurzfristig verfügbare Vermögen eines Unternehmens muss stets ausreichen, um das kurzfristige Fremdkapital für finanzielle Forderungen zu bedienen. Es muss also immer eine ausreichende Menge an Geld oder verfügbaren Zahlungsmitteln vorhanden sein, um etwaigen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

Zum kurzfristigen Fremdkapital zählen dabei sowohl die Bilanzposten „Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von weniger als 1 Jahr“ als auch „Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen“. Das kurzfristige Vermögen beinhaltet je nach Liquiditätsgrad unterschiedliche Vermögensgegenstände.

Nachfolgend finden Sie die Formeln zur Berechnung der einzelnen Liquiditätsgrade:

 

 

Bei den Liquiditätsgraden handelt es sich also immer um einen prozentualen Wert. Dieser gibt an, wieviel Prozent der kurzfristigen Verbindlichkeiten mit dem kurzfristigen Vermögen gedeckt werden können. Damit eignen sie sich hervorragend zur Einschätzung der Zahlungsfähigkeit und können auch für eine ausführliche Liquiditätsplanung herangezogen werden.

Als optimal liquide gilt ein Unternehmen, wenn seine Liquiditätsgrade folgende Werte erreichen:

  • Liquidität 1. Grades: 20-50%
  • Liquidität 2. Grades: 100%
  • Liquidität 3. Grades: 200%

Verbessert Factoring meine Liquidität?

Ja, Factoring verbessert Ihre Liquidität. Beim Factoring verkauft ein Unternehmen seine offenen Forderungen an eine Factoring-Gesellschaft. Diese überweist dem Factoring-Nehmer nach einem entsprechenden Rechnungseingang bis zu 90 % des offenen Rechnungsbetrages. Somit sorgt der Forderungsverkauf binnen 24-48 Stunden für einen direkten Liquiditätszufluss bei den Factoring-Nehmern.

Factoring eignet sich also hervorragend zur Sicherung der Zahlungsfähigkeit, insbesondere in Krisensituationen: Bei vorläufigen oder bereits eröffneten Insolvenzverfahren kann mit Hilfe von Factoring schnell Liquidität bzw. neues Geld zugeführt werden. Dadurch bleibt die Fähigkeit zur Weiterführung des Betriebs erhalten und es können weitere Mittel zur Begleichung von offenen Verpflichtungen generiert werden.