Forderungen verkaufen/Forderungsabtretung

Im Fachjargon ist der Verkauf von Forderungen als Zession bekannt. Hierbei werden Forderungen per Vertrag von einem Gläubiger auf einen anderen Gläubiger übertragen, so auch beim Factoring. Vereinfacht lässt sich also sagen, dass es sich bei einem Forderungsverkauf um einen Gläubigerwechsel handelt. Merkmale der Forderungsabtretung sind:

  • Alle Rechte und Forderungen werden abgetreten.
  • Der Gläubigerwechsel erfolgt in schriftlicher Form.
  • Die Höhe der Forderung bleibt bestehen.

Was passiert, wenn Unternehmen Rechnungen verkaufen?

Nehmen wir als Beispiel einen Gläubiger A, der eine Rechnung als Zahlungsforderung in Höhe von 30.000 € an seinen Kunden B schreibt. Nun kann der Gläubiger A mit einem Gläubiger C vereinbaren, dass die Forderung an ihn übertragen wird. Die Forderungsabtretung ist ein wirksames Rechtsgeschäft zwischen A und C und das Mitwirken des Kunden B ist nicht notwendig.

Ist eine Forderung von einem auf einen anderen Gläubiger übergegangen, so werden auch alle Sicherungs- und Vorzugsrechte mitübertragen. Dazu zählen beispielsweise:

  • Bürgschaften,
  • Hypotheken
  • und Pfandrechte.

Welchen Arten des Forderungsverkaufes gibt es?

  • Offene Forderungen: Verkaufen Unternehmen eine Forderung an einen neuen Gläubiger und teilen dies dem Schuldner mit, so ist die Zession offen. Der Schuldner überweist die Rechnungssumme dem neuen Gläubiger.
  • Stille Zession: Eine Forderungsabtretung, die ohne Informieren des Schuldners durchgeführt wird, nennt sich stille Zession. Der Schuldner überweist die Rechnungssumme an den ursprünglichen Gläubiger.
  • Sicherheitsabtretung: Dabei handelt es sich um eine Absicherung durch einen Verkauf der Forderungen an ein Kreditinstitut.
  • Inkassozession: Wird das Inkassoverfahren genutzt, spricht man von einer Inkassozession.

Zudem können Forderungen als Einzelzession einmalig verkauft werden oder es werden mehrere Forderungen als Rahmenzession abgetreten.

Wann ist die Abtretung von Forderungen nicht möglich?

  • Wenn sich der Inhalt der Leistung ändern würde
  • Wenn die Forderung nicht pfändbar ist, also dem Pfändungsschutz unterliegt
  • Wenn eine Vereinbarung mit dem Schuldner die Abtretung ausschließt