Börsen-Zeitung: „Factoring-Verband nimmt kleine Firmen ins Visier”

BörsenzeitungStudie: Großes Potenzial - Aber mangelnde Kenntnisse hemmen die Verbreitung von Factoring

Deutsche Factoring-Verband will künftig verstärkt kleinere Unternehmen für sich gewinnen und plant dafür mehr Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung. Dies ist nach den Worten von Verbandssprecher Joachim Secker die Konsequenz aus einer Studie der Universität zu Köln. Für die Studie wurden über 1200 Nutzer von Factoring wie auch Nichtnutzer befragt. Dabei zeigte sich, dass in Deutschland kleine Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern und weniger als 10 Mill. Euro Umsatz das Factoring, also den Verkauf von Forderungen zum Zwecke der Liquiditätsbeschaffung, deutlich seltener einsetzen als große Unternehmen.

Im Ausland ist es genau umgekehrt. Dort werde Factoring mehr von kleineren Firmen genutzt, sagte Thomas Hartmann-Wendels, der als Professor der Universität zu Köln die Studie wissenschaftlich begleitet hat, vor Journalisten in Frankfurt. Hier sei also noch Potenzial für die Factoring-Branche.

Wesentlicher Hemmschuh für die Verbreitung von Factoring sind der Studie zufolge unzureichende Kenntnisse über diese Finanzierungsform. So werde Factoring von einer Vielzahl von Nichtnutzern als zu teuer bezeichnet. Hartmann-Wendels zufolge stimmt dies, wenn man die Factoring-Gebühren allein mit Bankkreditzinsen vergleicht. Jedoch werde dabei nicht berücksichtigt, dass das Factoring auch die Übernahme des Ausfallrisikos, des Debitorenmanagements und anderer Serviceleistungen umfasse. Außerdem müsse mit eingerechnet werden, dass das Factoring zur Bilanzverkürzung und Erhöhung der Eigenkapitalquote, damit zu besseren Ratings und somit wiederum zu niedrigeren Fremdkapitalkosten führe...



Artikel in der Börsen-Zeitung, Ausgabe 193, Seite 5 vom 7.10.2011.