mittelstandsmanager.de: Der stille Weg zur Liquidität

mittelstandsmanager.de: Der stille Weg zur LiquiditätMit dem Rückgriff auf ein individuell erarbeitetes Factoringkonzept profitiert der Unternehmer von einer Vielzahl von Vorteilen. So verbessert er seine Bonität und kann sich gegen den Forderungsausfall absichern. Beim Stillen Factoring vermeidet er zudem potenzielle Irritationen bei den eigenen Kunden.

Wenn der Ansprechpartner bei der Hausbank sorgenvoll die Stirn in Falten legt und Zurückhaltung bei der Bereitstellung weiterer Liquidität erkennen lässt, ist es für den deutschen Mittelständler an der Zeit, sich nach einer neuen Geldquelle umzuschauen. Denn viele Geldinstitute lavieren heutzutage vorsichtig und haben bereits Basel III im Blick. So steigt hierzulande bei den im internationalen Vergleich ohnehin mit einer geringen Eigenkapitalquote ausgestatteten KMU die Nachfrage nach alternativen Finanzierungsformen, und manch ein Firmenchef hat das Factoring als Alternative zum klassischen Bankkredit entdeckt...

Dynamisches Wachstum in der Factoring-Branche

Hinzu kommt, dass der Zufluss frischen Geldes unverzüglich die Unternehmensbilanz verbessert und die Grundlage für eine günstigere Bonitätseinstufung bildet. Der Vorteil für die Außenwirkung der Firma ist somit erheblich. Den eigenen Kunden kann der Unternehmer längere Zahlungsziele einräumen und sich auf diese Weise einen Marktvorteil vor seinen Mitbewerbern verschaffen. Auch die Nutzung von Frühzahlerrabatten sowie die Senkung der eigenen Personalkosten ist möglich. Befindet sich die Firma in einer dynamischenWachstumsphase, hilft ihr Factoring mit der umsatzkongruenten Bereitstellung von Liquidität und der Vorfinanzierung des absehbar steigenden Umsatzes in besonderem Maß...

Eine Frage des Vertrauens

Immer größere Bedeutung, so Moseschus, gewinnt das Exportfactoring als unterstützendes Element im Handelmit ausländischen Partnern. „Vor allem in osteuropäischen und asiatischen Schwellenländern bleibt ,Made in Germany’ sehr gefragt“, betont er. „Und seit Factoring unter der Kontrolle der BaFin steht, verändert sich der deutsche Markt erkennbar. Für kleinere Anbieter werden angesichts der neuen Vorschriften und Regularien Aufwand und Kosten zu einem Thema. Es kommt zu Zusammenschlüssen und – insgesamt gesehen – zu einer aus Transparenzgründen positiven Marktkonsolidierung...“

Risikobegrenzung durch intensive Prüfung

Bei der Dresdner Factoring AG, die sich an Kunden ab einem Jahresumsatz von einer Million Euro wendet, liegt der Anteil dieser stillen Variante bei knapp fünf Prozent des Gesamtvolumens. „Die angesprochene Problematik, dass Geschäftspartner unserer potenziellen Kunden Factoring missverstehen und ein gravierendes Liquiditätsproblem befürchten, ist wegen des gestiegenen Bekanntheitsgrades von Factoring in den letzten Jahren nur noch vereinzelt aufgetreten“, betont Kerstin Steidte-Megerlin, die Vorstandsvorsitzende des börsennotierten Unternehmens. „Factoring ist für die meisten Unternehmen – insbesondere während der Wirtschafts- und Finanzkrise – selbstverständlich geworden und als Finanzierungsalternative anerkannt. Daher geht der Trend eindeutig zum offenen Factoring...“

Artikel in der Zeitschrift mittelstandsmanager.de, Ausgabe 15. September 2011