Dresdner Factoring News
ihk.wirtschaft: "Finanzierungsalternative Factoring"
ihk.wirtschaft: "Finanzierungsalternative Factoring"
Factoring gehört schon lange nicht mehr zu den Exoten unter den Finanzierungsmodellen, sondern zum Standard eines modernen Finanzmanagements. Factoring gewährleistet durch eine dem jeweiligen Absatz angepasste Finanzierung (Umsatzkongruenz) und die schnelle Umwandlung von Umlaufvermögen (Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) in Barliquidität (Liquidität) erhebliche Flexibilität. Hinzu kommt, dass der Factor beim echten Factoring die Debitorenrisiken (Forderungsausfall) und das Debitorenmanagement (Mahnwesen) übernimmt und das Unternehmen so entlastet. Diese Vorteile wissen immer mehr – vor allem auch mittelständische Unternehmer – zu schätzen."
Die deutsche Wirtschaft wächst, die Investitionsneigung der Unternehmen nimmt weiter zu – für 2011 ist mit Wachstumsraten von bis zu 10 Prozent zu rechnen. Und nicht nur aus diesem Grund werden wieder verstärkt externe Finanzierungen nachgefragt. Dabei erfreut sich das Produkt Factoring immer größerer Beliebtheit. Vorurteile, die größtenteils auf Unkenntnis des Produktes Factoring zurückzuführen sind, bauen sich immer mehr ab, je vertrauter die Unternehmen mit dem Forderungsverkauf werden. In Zeiten, in denen Aspekte wie Liquiditätssicherung und Rating Finanzierungsentscheidungen maßgeblich beeinflussen, kommen die Vorteile von Factoring deutlich zum Tragen:
1. Sofortige Liquidität:
Der Factor stellt bei Ankauf des Forderungsbestandes (Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) innerhalb von zwei Arbeitstagen üblicherweise 80 Prozent bis 90 Prozent des Rechnungsbetrages zur Verfügung. Der Restbetrag wird ausgezahlt, sobald der Abnehmer seine Rechnung vollständig bezahlt hat.
2. Ausfallschutz:
Mit dem regresslosen Forderungsankauf geht das Ausfallrisiko für die verkauften Forderungen vollständig auf den Factor über. Der Forderungsverkäufer ist dadurch vor Forderungsausfällen für die verkauften Forderungen gesichert.
3. Debitorenmanagement/Mahnwesen:
Durch den Factor erfolgt die Übernahme des gesamten Mahnwesens und die Beitreibung offener Forderungen. Dies bedeutet allerdings nicht den Verlust des Mitspracherechts. Vielmehr legen Factor und Unternehmen vorab fest, wie im Säumnisfall vorzugehen ist und wie Mahnungen aussehen.
4. Bilanzielle Auswirkungen:
Statt 100 Prozent werden nur noch die nicht bevorschussten Restbeträge (durchschnittlich 10 bis 20 Prozent) als offene Forderung in der Bilanz angeführt. Dadurch wird eine Bilanzverkürzung erreicht, was wiederum zu einer Verbesserung der Kennziffern der Bilanz führt.
5. Diversifikation der Finanzierungsstruktur:
Factoring kann bestehende Betriebsmittelfinanzierungen ergänzen oder ersetzen und stellt somit einen wichtigen Baustein für eine diversifizierte Unternehmensfinanzierung dar.
6. Bonitätsprüfung (Factoring versus Bankkredit):
Voraussetzung eines Vertragsabschlusses mit einem Factor ist eine von diesem durchgeführte Bonitätsprüfung, welche sich allerdings von der Kreditprüfung einer Bank strukturell deutlich unterscheidet. Im Gegensatz zur Bank, welche primär die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers prüft, liegt der Fokus des Factors wesentlich auf der Prüfung des anzukaufenden Forderungsbestandes, d. h. vor allem der Bonität der Forderungsschuldner (Debitoren).
7. Wann passt Factoring?
Grundsätzlich ist Factoring für die meisten Handels-, Produktions- und Dienstleitungsbetriebe mit Forderungen an gewerbliche Abnehmer geeignet. Factoring ist die optimale Finanzierungslösung, wenn Ihr Unternehmen lange Zahlungsziele gewährt oder branchenüblich lange Zahlungsziele in Anspruch genommen werden, in schwankenden Märkten tätig ist, in einer Expansionsphase ist und aus eigener Kraft wachsen möchte oder sich in einer Restrukturierungsphase befindet.
Artikel in der Zeitschrift ihk.wirtschaft Dresden, Ausgabe Juli/August 2011 und ihk.wirtschaft Leipzig, Ausgabe Oktober 2011