Dresdner Factoring News
Sächsische Zeitung: „Krise macht Dresdner Factoring bekannt”
Sächsische Zeitung: „Krise macht Dresdner Factoring bekannt”
Das Geschäft von Sachsens einziger Börsenfirma legt 2010 um 32 Prozent zu. Alle Krisen sind überwunden, extern wie intern.
Als Kerstin Steidte-Megerlin 2004 bei der Dresdner Factoring AG (DFAG) anfing, musste sie oft erklären, was das ist – Factoring – und ob das nicht anrüchig sei. „Das hat sich komplett gewandelt“, sagt die heutige Vorstandschefin. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat geholfen, dieses Finanzierungsinstrument bekannter zu machen. Seit Ende 2008 vielen Unternehmern der Kredithahn zugedreht wurde, mussten sie nach neuen Geldquellen suchen. „Wir haben viele Anfragen, sodass der Vertrieb nicht groß ausgebaut werden musste“, so Steidte-Megerlin.
Die starke Nachfrage drückt sich in den Geschäftszahlen aus. Der Forderungsumsatz erhöhte sich von 323 Millionen im Vorjahr auf 427 Millionen Euro im vergangenen Jahr, teilte die DFAG gestern mit. Der Gewinn vor Steuern liegt zwischen 700 000 und 750 000 Euro.
Der Finanzdienstleister geht davon aus, dass sich das Wachstum in diesem Jahr fortsetzt. Steidte-Megerlin sieht eine gute Grundlage dafür, 2011 einen Forderungsumsatz von 500 Millionen Euro und einen Gewinn von 1,3 Millionen Euro zu erreichen. Denn für viele Mittelständler könnte Factoring künftig wichtiger werden. 2012 laufen viele Mezzanine-Kapitalanleihen im Mittelstand aus. Und es gibt laut Steidte-Megerlin keinen Nachschub, da der Mezzanine- Markt in den vergangenen zwei Jahren ausgetrocknet sei.
Die Kunden werden vorwiegend von den 37 Mitarbeitern – bis auf neun Männer alles Frauen – in der Dresdner Zentrale betreut. „Die Stimmung hat sich verbessert und wir haben seit 2008 kaum Fluktuation bei den Mitarbeitern“, so Steidte-Megerlin, die seit Herbst allein den Vorstand bildet. Mitten im Anziehen des Geschäfts im Unternehmen brach ein Babyboom aus. „Sieben Kinder wurden von Oktober 2009 bis zum Juni 2010 geboren“, freut sich die DFAG-Managerin, selbst Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern. Das war bei der Unternehmensgröße schon ein Problem, dass so viele Mitarbeiterinnen gleichzeitig schwanger wurden. „Doch wir haben es mit einer Neueinstellung und der Umverteilung der Arbeit gelöst“, sagt Steidte-Megerlin, die mit Mitarbeitern in Teilzeit gute Erfahrungen gemacht hat. Wenn jetzt ihre Vorstandsassistentin nach der Babypause zurückkehrt, bekommt sie ihren alten Posten zurück – in Teilzeit.
Artikel in der Sächsischen Zeitung, Ausgabe Dresden vom 3.2.2011, Seite 24, sz-online.de/archiv